{"id":2170,"date":"2014-07-08T17:46:37","date_gmt":"2014-07-08T15:46:37","guid":{"rendered":"https:\/\/hardehausen.sawah.mobi\/?page_id=2170"},"modified":"2024-07-03T13:21:40","modified_gmt":"2024-07-03T11:21:40","slug":"klima-ganz-klein","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hardehausen.sawah.mobi\/?page_id=2170","title":{"rendered":"Erlebnispunkt 9: Klima \u2013 ganz klein"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p style=\"color: #666666;\">Wo man hinschaut im Wald, \u00fcberall wachsen Moose und Flechten. Wenn Sie mal genauer hinschauen, dann k\u00f6nnen Sie erkennen, dass Flechten, Moose, Algen und Pilze charakteristische r\u00e4umliche Verteilungsmuster ausbilden. Schauen Sie sich mal den Baumstamm vor Ihnen ganz genau an. Die Flechten gedeihen nur an einer Seite, der Wetterseite. Dort ist der Stamm dem Wind und Niederschlag am st\u00e4rksten ausgesetzt und es entwickeln sich Flechten in unterschiedlichsten Farben und Formen.<\/p>\n<p style=\"color: #666666;\">Flechten sind kein einzelner Organismus, sie sind eine Symbiose aus einem Pilz und einer Alge. Das hei\u00dft sie leben in einer Lebensgemeinschaft in der beide vom anderen profitieren und sie einander zum \u00dcberleben brauchen. In der Symbiose umspinnen die feinen, eng verschlungenen Pilzf\u00e4den die Algen oder dringen in diese ein. Auf diesem Wege k\u00f6nnen beide Lebenspartner Stoffe austauschen. Die Alge betreibt Photosynthese und bildet St\u00e4rke (Glucose), die dem Pilz als Lebensgrundlage dient. Als Gegenleistung bietet der Pilz der Alge Lebensraum und Schutz vor Austrocknung. Er erm\u00f6glicht der Alge damit ein Dasein in einem Lebensraum, den sie sonst nicht besiedeln k\u00f6nnte. Au\u00dferdem liefert der Pilz der Alge mineralische Stoffe. So ist es m\u00f6glich, dass Flechten auch in den unwirtlichsten Lebensr\u00e4umen wie beispielsweise auf nacktem Fels gedeihen k\u00f6nnen. Ein bisschen Wasser, ein bisschen Kohlenstoff aus angeflogenen St\u00e4uben, vielleicht noch ein bisschen Stickstoff aus Vogelkot, ein bisschen Licht f\u00fcr die Photosynthese, saubere Luft in der Umgebung reichen ihnen aus.<\/p>\n<p style=\"color: #666666;\">Allerdings ist die Symbiose auch empfindlich gegen St\u00f6rungen von au\u00dfen. Ist einer der beiden Partner beeintr\u00e4chtigt, leidet oder stirbt die Lebensgemeinschaft. Aufgrund ihrer hohen Empfindlichkeit werden Flechten auch als \u201eBioindikatoren\u201c zur Beurteilung der Luftqualit\u00e4t eingesetzt. Bereits geringe Luftverschmutzungen hinterlassen bei den Flechten Spuren durch Verf\u00e4rbung und Wachstumsst\u00f6rungen.<\/p>\n<p style=\"color: #666666;\"><strong>Mikro-Meso-Makro<\/strong><br \/>\nDas Flechtenwachstum macht deutlich, dass Klima nicht nur gro\u00dfr\u00e4umig wirkt und ganze Landschaften bildet oder die Vegetation formt. Klima ist auch ein ganz kleinr\u00e4umiges Ph\u00e4nomen. Sonne und Schatten, die Exposition gegen\u00fcber Wind und Niederschlag, schafft das so genannte Mikroklima, das sich im Bereich bodennaher Luftschichten ausbildet. Mikroklimate entstehen zwischen einzelnen B\u00e4umen, Felsen oder auch H\u00e4usern in St\u00e4dten.<br \/>\nVon Mesoklima spricht man, wenn sich ein charakteristisches Klima \u00fcber einige hundert Meter oder wenige hundert Kilometer ausbildet. Stadtklima und Waldinnenklima sind solche Mesoklimate.<br \/>\nMakro ist das Klima dann, wenn es \u00fcber Entfernungen von mehr als 500 km als ann\u00e4hernd homogen beschrieben werden kann. Klimazonen wie das k\u00fchlgem\u00e4\u00dfigte Klima unserer Breiten, das polare Klima der Arktis und Antarktis oder auch das tropische Klima in \u00c4quatorn\u00e4he geh\u00f6ren zu den Makroklimaten.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo man hinschaut im Wald, \u00fcberall wachsen Moose und Flechten. Wenn Sie mal genauer hinschauen, dann k\u00f6nnen Sie erkennen, dass Flechten, Moose, Algen und Pilze charakteristische r\u00e4umliche Verteilungsmuster ausbilden. Schauen Sie sich mal den Baumstamm vor Ihnen ganz genau an. Die Flechten gedeihen nur an einer Seite, der Wetterseite. 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