Fichtenwälder und -forste waren im Teutoburger Wald und insbesondere im Eggegebirge weit verbreitet. Grund ist vor allem menschliches Wirken, denn von Natur aus wären die beiden Mittelgebirge nahezu flächendeckend Buchenwaldgebiet. In der Rodungsphase des Mittelalters waren die Buchenwälder aber zugunsten von lichteren Eichenwäldern oder für die landwirtschaftliche Nutzung zurückgedrängt worden. Außerdem gab es ab Ende des 18. Jahrhunderts einen großen Holzverbrauch, zum Beispiel für Glaserei, Pottascheherstellung, Köhlerei und für Baumaterial. Die Holzvorräte waren stark dezimiert und die Böden verarmt. Um schnelle Abhilfe zu schaffen, wurde der „eingewanderte preußische Baum“ anstelle von Eichen oder Buchen angepflanzt. Er stellt relativ geringe Ansprüche an die Nährstoffversorgung und zeichnet sich aufgrund seiner Wuchskraft durch vergleichsweise kurze Umtriebszeiten aus.
Die Fichte bevorzugt feuchte, kühle Standorte und ist daher wenig trockenheits- und hitzetolerant. Wegen der guten Ertragsleistung wurde sie vielerorts sogar außerhalb ihrer natürlichen Standorte gepflanzt. Galt es schon damals, dass die Fichte an der Grenze ihres Toleranzbereichs angelangt war, so gilt dies im Rahmen der Klimaerwärmung umso mehr. Deswegen sind Fichtenwälder oft schlecht gegen Extremereignisse wie Stürme gewappnet und besonders anfällig gegenüber einem Schädlingsbefall. Weite Kahlflächen entstanden z. B. in Folge der großen Sturmkatastrophen der Jahre 1972, 1975 und 2007 (Orkan ,,Kyrill“) sowie Sturmtief ,,Friederike“ im Jahr 2018. Die geschwächten Fichten waren so ein leichtes Opfer für die Borkenkäfer. Mittlerweile sind fast alle Fichten im Naturpark abgestorben abgesehen von Neuaufwuchs.
Eine Zunahme von extremen Wetterereignissen ist eine prognostizierte Wirkung des globalen Klimawandels. Eine andere sind häufigere heiße und trockene Sommer. Hitze, Ozon und Borkenkäfer setzen den Wäldern stark zu und führen zu einer deutlichen Verschlechterung des Waldzustands.
Um den Auswirkungen des Klimawandels wirksam zu begegnen, sind die Anstrengungen der Forstwirtschaft für die kommenden Jahren darauf gerichtet, ehemalige Fichtenflächen vorbeugend mit klimatoleranten und standortgerechten Baumarten in naturnähere Bestände umzubauen.

